Meinung

Jetzt ist jeder Zweite dein persönlicher KI-Coach
Lesezeit: 3 Minuten

Mein LinkedIn-Feed sieht mittlerweile aus wie eine Dauerwerbesendung. Jeden zweiten Post schreibt jemand, der vor sechs Monaten noch über Excel-Pivot-Tabellen referiert hat und jetzt “KI-Stratege” im Profil stehen hat. Mit Kurs. Mit Masterclass. Mit Frühbucherrabatt.

Sagen wir mal so: Wenn so viele Leute gleichzeitig zu Experten für dieselbe Sache werden, ist meistens nicht das Thema der Grund – sondern das Geschäft dahinter.

Sie sprießen wie Unkraut

KI-Coach, KI-Berater, KI-Trainer, KI-Mentor – die Jobtitel ändern sich schneller als die Inhalte dahinter. Und das Muster ist immer gleich: Irgendwer hat ChatGPT ein paar Wochen benutzt, einen Screenshot mit beeindruckendem Ergebnis gepostet, und schon kommen die DMs: “Kannst du mir das auch beibringen?”

KI ist kein Buzzword-Bingo: Warum 'macht die Konkurrenz auch' kein Grund ist
Lesezeit: 4 Minuten

Ich geb’s zu: Ich mag KI-Tools. Ich nutze sie täglich, ich lass mir von ihnen Code schreiben, ich generiere mit ihnen Bilder auf dem Mac. Aber genau deswegen kriege ich in letzter Zeit regelmäßig Zahnschmerzen, wenn ich sehe, wie viele Firmen KI in Produkte reinklatschen, weil irgendwer im Marketing-Meeting “Boah, das wäre doch mal innovativ” gesagt hat – und niemand im Raum den Mut hatte, “und was ist mit Missbrauch?” zu fragen.

RAM-Wahnsinn: Frisst die KI ihre eigenen Nutzer?
Lesezeit: 4 Minuten

Hast du in letzter Zeit mal nach RAM-Preisen geschaut? Falls nicht: Tu es nicht. Es sei denn, du stehst auf Schockzustände.

Ich wollte eigentlich meinem kleinen Home-Server (ja, der Docker-Host, auf dem mein ganzes Node-RED-Geraffel läuft) ein kleines Upgrade gönnen. Nichts Wildes. Ein bisschen mehr Luft für neue Container. Aber als ich die Preise gesehen habe, dachte ich erst, mein Browser rendert die Währung falsch.

Aber nein. Es ist Realität. RAM ist das neue Gold. Und schuld ist – Überraschung – mal wieder die KI.

Warum wir Sicherheit immer aufschieben (bis es zu spät ist)
Lesezeit: 2 Minuten

„Ach, das Zertifikat läuft ja erst nächste Woche ab.“
„Einfach überall das gleiche Passwort, merkt sich leichter.“
„Das Backup verschlüsseln wir später.“

Klingt vertraut? Willkommen in der Realität von IT-Security: wir alle wissen, dass wir es richtig machen sollten – und trotzdem schieben wir es auf. So lange, bis es knallt.


Bequemlichkeit schlägt Vernunft

Das Grundproblem ist simpel: Sicherheit fühlt sich oft an wie unnötiger Ballast.

  • 2FA? Kostet 10 Sekunden mehr beim Login.
  • Zertifikate erneuern? Nervig, weil irgendwas immer hakt.
  • Backups verschlüsseln? Klar, aber die unverschlüsselten laufen doch auch.

Wir Menschen sind Meister im kurzfristigen Denken. Wenn der Schmerz nicht sofort spürbar ist, gewinnt die Bequemlichkeit.